Apr 192018
 

Die Vögel singen und das Frühjahr erwacht. Die ersten beginnen zu brüten. Am vergangenen Sonnabend gönnte ich mir trotz Regen den morgendlichen Luxus einer Vogelwanderung mit dem örtlichen NABU, damit ich auf unserem Acker meine Nachbarn besser verstehen lerne. Wir erfuhren, dass der Rückgang an Singvögeln in den vergangenen 10-15 Jahren so drastisch war wie noch nie. Schuld daran ist vor allem die intensive, industrielle Landwirtschaft, die den Vögeln keinen Raum mehr zum Leben läßt. Was können wir tun? Die Erntezeit erweitern, vorwiegend Lebensmittel und Blumen und Pflanzen aus ökologischem Anbau kaufen und somit die Erzeuger stärken, die uns und unseren Kindern die Chance auf eine Zukunft mit Vögeln ermöglichen. Wie Ihr wisst, haben wir von Sommer 2016-2017 in den USA bei Boston gelebt und nichts habe ich dort mehr vermisst als den morgend- und abendlichen Vogelgesang. Ein Sommer ohne Amseln, die von ihrer Warte aus singen oder Rotkehlchenerzählungen, das herrliche Geplauder der Mönchsgrasmücken oder der starke Ruf der Buchfinken oder des Zaunkönigs. Ich möchte ihre Stimmen einfach nicht missen. Der Winter ist schon lang genug.

Apr 192018
 

Endlich wurde auch auf dem Schäferhof gepflügt. Aber es war fürchterlich nass hier im hohen Norden gewesen und dann können die Trecker nicht auf den Acker, weil sie zu stark einsinken und den Boden verdichten. Jetzt hoffen wir sehr, dass Sonne und Wärme die Wolken weiterhin vertreiben werden und wir passendes Wetter haben, um in den nächsten Tagen erfolgreich einsäen zu können. Das Saatgut, aber auch die Jungpflanzen und die Kartoffeln warten schon sehnsüchtig darauf in die Erde zu kommen. Danach muss noch abgepflockt, Band gespannt und Kürbis und Zucchini gesteckt werden, die Geräte geprüft und der Zaun kontrolliert werden und dann, ja dann kann es langsam losgehen.

Apr 132018
 

In Münster wurde gestern gepflügt, in Fischbek schon letzte Woche. Wir warten sehnsüchtig darauf, dass auch der Acker auf dem Schäferhof schön und schier gemacht wird. Pflügen, eggen, mulchen, grubbern, striegeln – diese und viele andere Begriffe aus der Landwirtschaft wurden mit den Jahren unser täglich Brot und wir mussten genau lernen bei welcher Bodenbeschaffenheit welche Bodenpflege wann sinnvoll ist. Wir sind dankbar für unsere erfahrenen Lohnunternehmen vor Ort, die uns beratend zur Seite stehen und mit denen wir zusammen immer wieder neu überlegen, wie wir die Bodenqualität verbessern können. Unseren kleinen Mini-Traktor namens Hannes (weil der Vorbesitzer in Bayern, ein Hopfenbauer, Johannes hiess), können wir leider nur zum Kartoffeln und Jungpflanzen setzen gebrauchen. Wir haben in Münster und auf dem Schäferhof noch einige Gärten zu vergeben! Wir freuen uns, wenn Ihr dabei sein wollt!

Apr 072018
 

Topinambur. Dieses neue Trendgemüse erfahren wir als echte Acker-Pest. Ab sofort gibt es sogar im Regelwerk schriftlich ein absolutes Topinamburverbot. Vor einigen Jahren hatte wohl ein ahnungsloser Erntezeitler auf dem Schäferhof die fabelhafte Idee, Topinambur auf sein Wunschbeet zu pflanzen und diese Pflanze hat sich im wahrsten Sinne des Wortes großartig vermehrt. Vor allem da noch so kleine, nicht abgeerntete Wurzelknollen beim Pflügen weitflächig verteilt wurden. Die Stauden sind riesig und erinnern mit ihren Blüten und Stängeln an sehr große und starke Sonnenblumen. Sie verdrängen im Frühjahr, wenn sie neu auskeimen, alles. Feine Salatkeimlinge oder zartes Möhrengrün haben keine Chance. Und so müssen wir im Herbst, Winter und Frühjahr, wenn es weder zu nass noch zu frostig ist, sehr tief graben, um die zahlreichen Nester auszugraben. Wer Wut abbauen möchte, ist bei dieser Tätigkeit gut aufgehoben. Es ist eine Arbeit, die Ausdauer, Geduld und Sorgfalt erfordert. Aber wie beim Holzhacken gibt es ein sichtbares Erfolgserlebnis in Form von Körben, die randvoll mit Topinambur gefüllt sind. Jetzt wissen wir, warum Topinambur von klugen Gärtnern ausschliesslich im Kübel gezogen wird oder im Hühnerauslauf fröhlich und sinnvoll wuchern darf, weil er anspruchslos und ausdauernd ist und Schatten spendet.

Apr 012018
 

Wer meint, die meisten machten bei uns mit, weil sie vor allem gesundes Gemüse schätzen, der könnte sich täuschen. Das Arbeiten in und mit der Natur hat etwas ungemein Therapeutisches an sich: „Immer muss das Alte sterben, dass etwas Neues werde“ oder eben „der Tod hat nicht das letzte Wort“ im christlichen Sinne. Immer wieder im Herbst ist es eine Übung im Loslassen, der nach einer kleinen Winterruhe die Vorfreude auf das Wiedersehen im Frühling folgt. Wir wünschen allen gesegnete Ostertage und freuen uns sehr auf eine lebendige Saison 2018!

Mar 272018
 

Seid mutig und stark und entscheidet Euch schnell, denn wer sich bis Anfang April noch bei uns anmeldet, der hat die Möglichkeit exklusiv eine Auswahl an zusätzlichen Jungpflanzen wie verschiedene Zucchini, Kürbis, Tomaten und eine leckere Gurkensorte bei uns zusätzlich zum Standardsortiment zu bestellen. Alles wird Mitte Mai direkt auf den Acker geliefert. Lasst Euch dieses Angebot nicht entgehen! Noch 20 Gärten auf dem Schäferhof, noch 8 Gärten in Fischbek und nur noch 14 Gärten in Münster zu vergeben.

Mar 232018
 

Es ist immer noch und immer wieder bitter kalt und als Mini-Landwirte freuen wir uns darüber. Denn die Kälte bricht den Boden auf und vor allem werden Larven von Schädlingen, die im Boden überwintern, getötet. Besonders auf die Kartoffelkäferlarven können wir gern verzichten, auch Kohlfliegen gehören nicht zu unseren Favoriten, weil sie uns schon so manchen Grünkohl streitig gemacht haben. Aber auch das Teilen gehört zum ökologischen Gärtnern…

Mar 222018
 

Wir haben dieses Jahr nicht viel verändert. Den asiatischen Tatsoi-Kohl bieten wir nun nicht mehr als Standard, sondern als Wunschsaatgut an. Wir probieren eine neue schossfestere Spinatsorte aus und lassen uns auf eine aufregend rot-weiss gesprenkelte Buschbohnensorte namens Sanguigno ein. Den schönen blauen Lein mischen wir nun mit rotem und wir hoffen sehr, dass die hübschen kleinen Blüten Euer Herz erfreuen. Und wegen einiger Anfragen im letzten Jahr klären wir hier noch einmal darüber auf, dass Lein nicht essbar ist, sondern bei uns nur eine Augenweide und Bienenfreude sein soll. Laßt Euch überraschen!

Mar 102018
 

Wir haben in diesem Winter einen sogenannten Feldsekretär bei der Schreinerwerkstatt auf dem Schäferhof in Auftrag gegeben. Modell dafür fanden wir in den Bergen vom Upper State New York in den USA. Denn in der Nähe von Boston haben wir als Familie von 2016 bis 2017 gelebt. Henry hatte dort mit seiner „richtigen“ Arbeit ein Projekt übernommen und wir als Familie durften ihn begleiten. Im Sommer 2017 verbrachten wir einige Tage mit herrlichen Wandertouren in den Bergen der Adirondacks. Am Fuße jedes Wanderweges stehen diese Sekretäre der Bergwacht, damit sich die Wanderer eintragen und im Ernstfall gesucht werden können. Wir haben nun den ersten Prototypen bewundern können und freuen uns schon sehr auf das Endprodukt, das sein Zuhause an unserem Standort an der Fischbeker Heide finden soll. Darin werden die Erntezeitler zukünftig Saatgut, Informationen, Stifte und manches mehr finden!

Mar 062018
 

Jetzt wird es Zeit, dass Ihr Eure Bestellung für Wunschsaatgut beim Dreschflegel oder anderen Anbietern von ökologischem Saatgut aufgebt und wenn nötig mit der Voranzucht beginnt. Bei vielen Kulturen ist Ende März/Anfang April ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen und z.B. leere Eierkartons mit Erde zu füllen, so dass ein gutes Bettchen für besondere Kürbis-Samen oder andere aufregende Sorten entsteht. Die Anzahl der Wunschreihen findet Ihr im aktuellen Anbauplan, der allen angemeldeten Erntezeitlern ab März mitgeteilt wird.