Fragen & Antworten

 

Was bringt mir Erntezeit?
Wieviel kostet eine Erntezeit?
Was wird angebaut?
Was muss ich tun?
Was muss ich einbringen?
Wie oft sollte ich zu meinem Garten fahren?
Wie oft muss ich mein Gemüse giessen?
Und wenn ich keine Ahnung von Gemüseanbau habe?
Was mache ich mit dem ganzen Gemüse?
Wer macht mit?
Erntezeit mit Kindern?
Wie stehen wir zu den Prinzipien ökologischer Landwirtschaft?
Was gibt es noch?


Was bringt mir Erntezeit?

Das eigene Gemüse ernten und wissen, daß es natürlich ökologisch angebaut wird. Erholung auf dem Lande. Den besonderen Geschmack alter Sorten erleben und den Kindern zeigen wie aus der Blüte eine Frucht entsteht.

Wieviel kostet eine Erntezeit?

Der Saisonbeitrag liegt bei 175,- Euro für ca. 50 mund etwa 25 Sorten. Dieser Beitrag beinhaltet auch einen Schwung an Jungpflanzen wie Salate und Kohlrabi, der Anfang Juni zum Nachpflanzen geliefert wird.

Was wird angebaut?

Petersilie, Dill, zwei Sorten Möhren, Kürbis, Zucchini, Pflücksalat, Kopfsalat, Sommerblumen, Buschbohnen und die Stangenbohne Blaue Hilde, die gute Linda-Kartoffel, Porree, Rote Bete, Pastinaken, Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Zuckererbsen… und Wunschreihen. Außerdem bieten wir zum Nachsäen oder Einsäen der Wunschreihen eine Auswahl an Gemüsesorten an, u.a. Mais, Asiasalat, Radieschen, Erbsen, Bohnen und mehr. Das Saatgut beziehen wir vom Demeterverband, die Jungpflanzen von Bioland. Für das Saatgut der Wunschreihen empfehlen wir außerdem den Dreschflegel e.V., der sich für den Erhalt alter Sorten einsetzt, die kommerziell nicht gehandelt werden dürfen. Es wird in jeder Hinsicht eine reiche Schatzkiste an Neuentdeckungen geboten. Infos unter www.dreschflegel-saatgut.de.

Was muss ich tun?

Etwas Fleiß im Mai und Juni, d.h. in den ersten sechs Wochen, zahlt sich aus. Später kann man es gelassener angehen. Wir haben mit kleinen Kindern alles etwas großzügiger gesehen, weil uns der Erholungs- und Erlebniswert wichtiger war als die Ertragsmaximierung.
Anders sieht es aus, wenn man sein Beet möglichst ökonomisch optimieren möchte.
Wir schlagen Euch zwei bewährte Varianten für eine Saison von Mai – November (6 Monate) vor:
Variante 1: jede Woche abends nach der Arbeit zur Entspannung von Mai bis Juli, ab August nur alle zwei Wochen.
Summe: 18 Fahrten auf den Schäferhof. Für Euch ist es eine Freizeitbeschäftigung wie Yoga jeden Dienstag abend oder auf den Markt gehen am Donnerstag vormittag.
Variante 2: Mitte Mai viel jäten und Wunschreihen einsäen, Ende Mai viel jäten und erste Radieschen ernten, Anfang Juni viel jäten, nachsäen und ersten Salat/Spinat ernten, Mitte Juni etwas jäten und Erbsen hochbinden, erste Zuckerschoten ernten und etwas jäten Ende Juni, zwei – drei Mal im Juli Bohnen ernten und die erste Zucchini mitnehmen und etwas jäten, im August wenig jäten und die ersten Möhren ernten, im September ebenso im Oktober Abernte und nix mehr jäten, aufräumen.
Summe: 8-10 Fahrten auf den Acker und Ihr solltet glücklich und zufrieden mit der Saison sein, egal wie die Ernte ausfällt. Aber an den genannten Terminen solltet Ihr auch bei schlechtem Wetter auf den Acker fahren, um im Rhythmus zu bleiben.

Was muss ich einbringen?

Wir stellen die nötigen Gerätschaften wie Hacken, Grabegabeln, Schubkarre und Körbe. Ihr kommt mit leeren und geht mit vollen Händen.

Wie oft sollte ich zu meinem Garten fahren?

Zu empfehlen sind ein Minimum an sechs geplanten Landpartien: Ein Arbeitseinsatz im Mai, bei dem gründlich gejätet wird und den jungen Pflänzchen ein Wachstumsvorsprung gegenüber dem Unkraut gesichert wird; ein zweiter leichter Arbeitseinsatz mit Radieschenernte im Mai oder Anfang Juni; vielleicht zwei Fahrten in den Sommerferien zum Salat und Erbsen, Bohnen usw. ernten und dann noch zwei im Spätsommer/Herbst zur Kartoffelernte und für das Wurzelgemüse. Aber Ihr werdet sehen, wie gern sich Eltern oder Schwiegereltern dorthin ausführen lassen oder Freunde mitkommen, z.B. als Alternative zu Elbe und Zoo, und es dort richtig schön finden, besonders wenn ein Picknick ansteht. Wir machen aus jedem Ausflug ein Ereignis mit Thermoskannen, Plätzchen, Quiches oder Apfelschnitzen.

Wie oft muss ich mein Gemüse giessen?

Wir gießen unser Gemüse, mit Ausnahme der Jungpflanzen, die wir zu Anfang einschlämmen, gar nicht. Diese Vorgehensweise hat sich in den vergangenen Jahren frei nach der Devise „Abhärtung in der Jugend macht die Pflanzen krisenfest für heisse Zeiten“ sehr gut funktioniert. Die Jungpflanzen werden durch das „Nicht-Giessen“ gezwungen tiefer zu wurzeln und gelangen auf diese Weise auch später an Wasser in tieferen Erdschichten. Durch das Giessen besonders in Hitze-Zeiten wird der Boden oberflächlich betoniert, das Wasser verdunstet und der Pflanze fällt es schwerer, den Tau in der Nacht aufnehmen zu können. Dagegen bietet regelmäßiges Hacken statt Giessen den Pflanzen eine echte Alternative. Durch die Auflockerung der Oberflächenstruktur kann Feuchtigkeit sehr viel besser aufgenommen werden. Und auch zum bewährten Einsatz von Milchmaterial bieten wir eine umfassende Information an.

Und wenn ich keine Ahnung von Gemüseanbau habe?

Dann wachst Ihr mit der Zeit hinein. Es wird auf jeden Fall einen Mustergarten geben und einen Gemüsegartenkalender, damit immer alle informiert sind, was gerade erntereif ist oder besonderer Pflege bedarf. Es gibt eine Anfänger-Fibel „Mein erstes Beet“ und viele andere nützliche Dokumente, je nachdem wie tief Ihr gleich im ersten Jahr einsteigen wollt. Ausserdem versenden wir an alle Erntezeitler bei Bedarf Erntezeitinfos per Email, die sich immer großer Beliebtheit erfreuten.

Was mache ich mit dem ganzen Gemüse?

Frisch vom Feld direkt auf den Tisch. Freunde einladen und geniessen. Oder einfrieren, einmachen (Kürbis, rote Beete), einkochen (Bohnen), rohe Mengen an Kräutern zu Pesto verarbeiten, einlagern (Pastinaken, Wurzeln und rote Beete halten sich in einem mit Sand gefüllten Eimer im Keller oder auf dem Balkon bis Weihnachten), erst warm dann kalt stellen und bis Ostern verwahren (Kürbisse und grosse Zucchini), trocknen (Zwiebeln) und vor allem: Verschenken. Mit Gemüse kann man sich nicht nur selbst verwöhnen, sondern viele Freundschaften erhalten, wie uns mitgeteilt wurde. Die Fülle macht das Schenken zu einer besonderen Freude: Mangold und Petersiliensträuße, Kartoffeln mit Zwergen und Riesen, ein wunderschöner Kopfsalat für Risotto, ein Bund Möhren in den abenteuerlichsten Verformungen, fröhliche Sonnenblumen und viele andere Varianten.

Wer macht mit?

Eine bunte Mischung an interessanten, interessierten und engagierten Erntezeitlern, die sich mit viel Vorfreude auf das Abenteuer Gemüsegarten einlassen. Im Alter von frisch geboren bis über 70 Jahre alt. Und aus allen Berufen und Berufungen, die man sich vorstellen kann.

Erntezeit mit Kindern?

Kinder sind uns mehr als willkommen. Sie sind eine unschätzbare Bereicherung und fordern uns heraus, das Leben und Gärtnern immer wieder aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Wie stehen wir zu den Prinzipien ökologischer Landwirtschaft?

Unsere Flächen sind zwar nicht alle Bioland oder Demeter zertifiziert, aber wir stimmen jede weitergehende Bearbeitung des Bodens in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, Fachbereich Ökolandbau ab und lassen uns eingehend beraten. Wir möchten darauf hinweisen, dass wir unser Saatgut ausschliesslich von der Bingenheimer Saatgut AG (Demeterverband) beziehen und die Jungpflanzen von einem Bioland-Produzenten geliefert werden. Hier machen wir keine Ausnahme. Bei uns wird weder gebeiztes Saatgut noch gentechnisch manipuliertes Material verwendet.

Was gibt es noch?

Im Bauwagen gibt es ein paar Stühle und Bänke für ein Picknick neben der Sandkiste. Dort fühlen sich erfahrungsgemäß die Kleinsten am wohlsten. Ein Kräuterbeet befindet sich auf der Gemeinschaftsfläche und zweitausend Sonnenblumen für alle Erntezeitler werden auch jedes Jahr geplant, sofern uns Platz zur Verfügung steht. Für 2016 werden wir in Kooperation mit dem NABU einen Blühstreifen anlegen. Die kundigen Vogelexperten vom NABU Elbmarschen, allen voran Herr Ewers aus Appen, bietet uns nun schon als Tradition bei der Übergabe der Gärten im Frühjahr und auch am Termin der Jungpflanzenausgabe im Juni eine Vogelführung an.

Am letzten oder vorletzten Wochenende vor den Sommerferien feiern wir traditionell ein Mittsommerfest mit Grillen und Zelten bei Mondschein, Lagerfeuer und Stockbrot. Es ist eine besondere Erfahrung, den Acker einmal nicht nur in der Nachmittagssonne zu erleben, sondern festzustellen, dass im Hochsommer ab 21 Uhr abends Gummistiefel angezogen werden müssen, weil der Tau die Pflanzen zum Nachttrunk einlädt. Morgens in der Früh singen die Vögelchen und die Hasen hoppeln durch die Nebelschwaden.